Brooklyn. Ein Theaterfoyer, ein Schlüssel, eine Reise nach Lissabon. Drei Menschen auf dem schmalen Grat zwischen Annäherung und der Gewissheit des Verlassenwerdens.
Beth wartet auf den Beweis, dass sie verlassen wird, und findet ihn nicht – weil er nicht da ist, weil er noch nicht da ist, weil sie ihn selbst erbringen muss. Hank schweigt, weil ihn das Schweigen am Leben erhalten hat. Nannie hält das Haus zusammen, weil jemand das Haus zusammenhalten muss.
Der Roman erklärt seine Psychologie nicht; er demonstriert sie. Eine gefaltete Decke, ein unbeantwortetes Telefongespräch, eine Schublade, in der sich etwas verändert hat. Was im Brooklyner Alltag noch verborgen sein konnte, lässt sich nicht mehr verbergen, sobald die Routine verschwunden ist.
Kurz, präzise, ohne Trost. Leser, die Rachel Cusks unerbittliche Beobachtungsgabe oder Sigrid Nunez’ präzise Ökonomie schätzen, werden hier einen verwandten Stil finden.


